
09. Juni 2026
13-10-01-LKT Bauen
Kreis Kleve setzt bei seinem Schul-Neubau „Haus Riswick“ auf Holz
Fertigstellung des Nebenstandorts des Berufskollegs Kleve bis Ende 2026 erwartet
Kreis Kleve – Der Kreis Kleve realisiert derzeit einen Neubau für den Nebenstandort des Berufskollegs Kleve in Kleve. Seit gut 20 Jahren existiert auf dem Gelände von „Haus Riswick“ die Lernort-Kooperation zwischen der Abteilung Agrarwirtschaft des Berufskollegs Kleve und der Landwirtschaftskammer NRW. Aktuell werden im „Haus Riswick“ rund 350 Berufsschülerinnen und Berufsschüler der Berufe „Landwirtin / Landwirt“, Landwirtschafts-fachwerkerin / Landwirtschaftsfachwerker“ und „Fachkraft Agrarservice“ ausgebildet – Tendenz steigend. Daher mussten neue Räumlichkeiten geschaffen werden. Die Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH (kommunaler Dienstleister des Kreises Kleve für Hochbau, Tiefbau und geförderten Wohnungsbau) hat daher im Jahr 2024 den Auftrag erhalten, dieses Gebäude zu planen und zu errichten. Baubeginn war Mitte Oktober 2025 – die Baustelle liegt voll im Zeitplan. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das Jahresende 2026 geplant. Die veranschlagten Baukosten betragen rund 4,3 Millionen Euro.
Neubau im Energiestandard kfw-40
Der Neubau im Energiestandard kfw-40 hat eine Nutzfläche von 964 Quadratmetern. Es entstehen acht Klassenräume mit moderner Ausstattung, ein Lernzentrum, ein Schulbüro, ein Lehrerzimmer mit diversen Nebenräumen sowie ein offenes Foyer, in dem auch kleinere Veranstaltungen stattfinden können. Die Fassade der nachhaltigen Gebäudekonstruktion besteht aus Vorhangfassadenplatten in Holzoptik. Die Dachkonstruktion wird aus Nagelplattenbindern gebildet, welche die Warmdachkonstruktion aus Dachtrapezblech, Wärmedämmung und Kunststoffdichtungsbahn aufnehmen. Auf dem Gründach steht eine aufgeständerte Photovoltaikanlage. Die Beheizung erfolgt durch Luft-Wasser-Wärmepumpen. Große Fensterfronten schaffen eine helle Atmosphäre.
Eine Holzkonstruktion fürs Dach
Das Gebäude hat eine Außenabmessung von 40,50 x 27,00 Metern zuzüglich einem Eingangsvordach von 21,05 x 2,00 Metern. Das Gebäude ist nach Süden ausgerichtet und mit einem Pultdach mit 3,5 Grad Dachneigung versehen. Die Firsthöhe beträgt 6,50 Meter und die Traufhöhe 4,76 Meter über „Baunull“.
Die Holzkonstruktion ist auf einer 25 Zentimeter starken Flachgründung aus wasserundurchlässigem Stahlbeton gegründet. Die Außenwände sind auf einer 46 Zentimeter hohen Stahlbetonsockelplatte aufgestellt, um dauerhaft gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt zu sein. Die Aussteifung des feuerhemmenden Gebäudes erfolgt durch die als Scheibe ausgebildete Kehlbalkenlage mit einer 5 Zentimeter starken Holzverschalung nach DIN 4102-4. Die Nagelplattenbinder haben einen Achsabstand von 1,00 Meter und wurden zweiteilig auf die Baustelle geliefert und vor Ort endmontiert. In der Traufe misst der Dreifeldträger eine Höhe von 1,165 Meter und im First beeindruckende 2,797 Meter. Die Holzkonstruktion umfasst in Gänze 238 Kubikmeter Fichtenholz aus deutschen Wäldern. Diese Menge wächst in Deutschland innerhalb einer Minute nach! Es wurden über 19.000 laufende Meter Holz mit einem Gesamtgewicht von mehr als 107 Tonnen abgebunden. Für komplexe Auswechslungen wurden 3,7 Tonnen Profilstahl verbaut. Somit werden in der nachhaltigen Gebäudekonstruktion nahezu 230 Tonnen CO2 gespeichert. Darüber hinaus führt die gewählte Gebäudekonstruktion zu einem so genannten „Substitutionseffekt“, da durch die Holzbauweise nicht nur CO2 gespeichert wird, sondern auch die Entstehung energieintensiver Baustoffe merklich vermieden wird.
Die Wände erhalten außenliegend noch eine Installationsebene für die Haustechnik mit einer Bautiefe von 6 Zentimetern und eine Gipskartonverkleidung, welche mit Malervlies belegt und endbeschichtet wird. Die Flure erhalten vertikal angeordnete raumhohe Dekor-Mehrschichtplatten. Die Fassade wird als hinterlüftete Vorhangfassade aus faserzementgebundenen Holzplatten ausgeführt und erhält vertikale Planken in Holzoptik. Durch naturnahe Farben wird sich das Gebäude sehr gut in die Landschaft einfügen.

Sie machten sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten (vorne v.r.): Christoph Gerwers, Landrat Kreis Kleve Annette Vogt, Schulleiterin Berufskolleg Kleve, Franz-Josef Stork, Leitung Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft „Haus Riswick“ sowie (hinten v.r.) Andreas Raith und Sabine Cattelaens, beide Bauleitung der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH, Bernhard Wagner, Leiter der Abteilung „Agrarwirtschaft“ am Berufskolleg Kleve, Zandra Boxnick, Leiterin des Fachbereichs „Zentrale Verwaltung“ der Kreisverwaltung Kleve, Stephan Giesen, Geschäftsführer Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH und Klaus Oenings, Geschäftsführer der Zimmerei „Moll & Bruns“.
Foto: © Kreis Kleve / Markus van Offern

Gesamtansicht Haus Riswick ©KKB

Dachkonstruktion ©KKB

Räume entstehen – Neubau „Haus Riswick“.
© Moll & Bruns

Ein eindrucksvoller Blick von oben – Neubau „Haus Riswick“.
© Moll & Bruns

Dachkonstruktion „Haus Riswick“
© Moll & Bruns

Detail der Dachkonstruktion „Haus Riswick“
©Moll & Bruns
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